Der irreführende Mythos der verkorkten Fledermaus

Im Juni 2003 war die Baseballwelt schockiert von der Enthüllung, dass Sammy Sosa von den Chicago Cubs, einer der besten Schläger des Spiels, mit einem illegalen Schläger erwischt wurde.

Zur Tarnung der Modifikation wurden sogenannte Korkfledermäuse ausgehöhlt und mit einem leichteren Material wie Kork gefüllt. Sie sind illegal, weil sie den Schlägern erlauben, den Ball weiter zu schlagen, so die anekdotischen Beweisvorschläge. Für die Wissenschaft stellt sich natürlich die Frage, ob dieser Effekt real ist: Schicken Korkfledermäuse wirklich Bälle weiter?

Der Grund, warum Fledermäuse auf diese Weise modifiziert werden, ist, sie leichter zu machen. Dies ermöglicht dem Hitter, sie schneller zu schwingen. Aber wenn das Ziel darin besteht, dem Ball die höchstmögliche Geschwindigkeit zu verleihen, wenn er den Schläger verlässt, ist leichter nicht unbedingt besser. Tatsächlich ist die Kollisionseffizienz, das Verhältnis der Ballgeschwindigkeiten vor und nach dem Schlag, für einen leichteren Schläger geringer.



Ein weiterer Faktor ist der sogenannte Trampolin-Effekt, bei dem sich die Oberfläche eines ausgehöhlten Schlägers wie ein Trampolin verformt und neu formt, wodurch die Elastizität des Aufpralls erhöht wird. Dies ist bei hohlen Metallfledermäusen bekannt, aber ob dies auch für Holzfledermäuse gilt, ist noch offen.

Ob ein verkorkter Schläger einen unfairen Vorteil verschafft, hängt davon ab, wie sich diese Faktoren unter den Ballgeschwindigkeiten ausgleichen, die in einem echten Spiel auftreten.

Heute haben wir dank einiger faszinierender Arbeiten von Alan Nathan von der University of Illinois und einigen Freunden eine Antwort. Sie haben eine Kanone gebaut, die in der Lage ist, Baseball auf sehr kontrollierte Weise abzufeuern. Sie haben ihre Maschine verwendet, um auf verschiedene Weise modifizierte Bälle auf Baseballschläger zu schicken, und dann die Geschwindigkeit gemessen, mit der die Bälle aufprallen und zurückprallen.

Dies, so sagen sie, hat es ihnen ermöglicht, die Angelegenheit zu regeln.

Sie haben zwei Ergebnisse. Erstens sagen sie, dass der Trampolineffekt bei verkorkten Fledermäusen vernachlässigbar ist. Mit anderen Worten, es gibt keine Erhöhung der Elastizität der Schläger-Ball-Kollision.

Zweitens untersuchten sie den Kompromiss zwischen höherer Fledermausgeschwindigkeit und geringerer Kollisionseffizienz und fanden keinen Nutzen für eine verkorkte Fledermaus.

Wir kommen zu dem Schluss, dass es keinen Vorteil bringt, einen Schläger zu verkorken, wenn das Ziel darin besteht, die geschlagene Ballgeschwindigkeit so hoch wie möglich zu halten, wie es bei einem Homerun-Hitter der Fall ist, sagen sie.

Es gibt jedoch einen Vorbehalt. Die Möglichkeit, den Schläger schneller zu schwingen, ermöglicht es dem Schlagmann, den Schwung um einen entscheidenden zusätzlichen Bruchteil einer Sekunde zu verzögern. Und dies kann genauere Treffer ermöglichen. Während also das Korken einem Schlagmann möglicherweise nicht erlaubt, den Ball weiter zu schlagen, kann es einem Schlagmann durchaus ermöglichen, den Ball häufiger fester zu schlagen, sagen Nathan und Co.

Das könnte ein signifikanter Effekt sein. Die Studie zeigt, dass Korkschläger kein weiteres Schlagen zulassen, dies hat aber nichts mit der Frage zu tun, ob mit Korkschlägern häufiger Homeruns geschlagen werden können.

Das ist etwas, das eine sorgfältig konzipierte Studie erfordert, um sie zu entwirren. In der Zwischenzeit können Korkfledermäuse immer noch einen Vorteil verschaffen, nur nicht so, wie alle dachten.

Ref: arxiv.org/abs/1009.2549 : Verkorkte Fledermäuse, Saftbälle und Humidore: Die Physik des Betrugs im Baseball

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