Von Särgen, Kuchen und Gürteltieren

Bei der feierlichen Eröffnung des Senior House am 11. Juni 1949 wurde das Gebäude, das bald in Baker House (zu Ehren des Studiendekans Everett Moore Baker) umbenannt werden sollte, als mehr als nur als Wohnhaus angepriesen: Es war ein neues Konzept des gemeinschaftlichen Wohnens. Das Wohnheim bot nicht nur Platz für 353 Studenten, sondern bot auch eine Vielzahl von Treffpunkten: einen großen Speisesaal mit Mondgarten-Oberlichtern, Lounges auf jeder Etage, ein Spielzimmer mit Kamin und einen Musikhörbereich.

Hier ist eine frühe Darstellung des Wohnheims Baker House zu sehen, das 1949 offiziell als Senior House eröffnet wurde.

Nach heutigen Maßstäben mag das nichts Besonderes klingen, aber das MIT war damals weitgehend eine Pendlerschule. Als Veteranen des Zweiten Weltkriegs zurückkehrten, schossen die Einschreibungen in die Höhe; 1949 lebten mehr als 400 Studenten in provisorischen Baracken. Baker House, das 1946 vom renommierten finnischen Architekten und Gastprofessor Alvar Aalto in Auftrag gegeben wurde, sollte die Wohnungsnot lindern.



Aalto verließ den damals in Mode gekommenen Internationalen Architekturstil – geradlinige Strukturen aus Stahl, Stahlbeton und Glas. Stattdessen schuf er ein wellenförmiges Gebäude, das natürliche Materialien wie Ziegel, Holz und Terrakotta-Fliesen verwendet. Dank der geschwungenen Form des Gebäudes gibt es auf einer typischen 43-Zimmer-Etage 22 verschiedene Raumformen. Die Schüler nannten die kleinsten Räume Särge, und keilförmige Räume entlang der Kurven des Gebäudes wurden als Kuchen bekannt. Auch die von Aalto und seiner Frau Aino entworfenen Innenmöbel aus Holz haben Spitznamen: Elefanten, Gürteltiere und Giraffen sind die Bäckersprache für Schränke, Schränke und Bücherregale.

Im Laufe der Jahre hat Baker seinen Anteil an Hijinks gesehen. Bereits 1951 entdeckten Studenten, dass die Backsteinmauern praktische Tafeln zum Lösen mathematischer Probleme darstellten. 1968 schleppten Studenten Schnee in das Badezimmer im zweiten Stock und überzeugten die Medien, dass sie es geschafft hatten, indem sie die Duschen aufdrehten und die Fenster öffneten. Der Boston Herald Reisender gehörte zu den Leichtgläubigen und brachte die Geschichte auf die Titelseite. Während des Studienjahres 1973-1974 verbrannten die Bewohner ein mit Computerpapier vollgestopftes Abbild eines Nerds. Und laut dem Jahr Technik , Die ganze frische Luft in Cambridge war für das diesjährige Sargzeug nötig. Einhundertvierzehn Bewohner versammelten sich in einem Raum mit den Maßen 7 mal 12 Fuß. Übergeben Sie das Verbot !! In jüngerer Zeit wurde die Piano-Drop-Tradition nach einer siebenjährigen Pause wiederbelebt. Studenten warfen im April 2005 ein Klavier vom Dach von Baker, um das Datum zu markieren (der letzte Tag, an dem eine Klasse abgebrochen wurde). Im vergangenen April wurde das Klavier auf ein Ziel – ein Modell der Caltech-Kanone – fallen gelassen, das sofort in Stücke zerschmetterte.

Der Architekt und Autor David Foxe '03, März '06, zog 1999 als Neuling in Baker ein – kurz nach der ersten Phase einer umfangreichen Renovierung im Wert von fast 29 Millionen US-Dollar – und verbrachte dort vier Jahre. Drei dieser Jahre lang gab er Architekturführungen für Studenten, Alumni, Architekten und sogar einige von Aaltos ehemaligen Mitarbeitern. Baker war historisch gesehen ein beliebter Schlafsaal, sagt Foxe, nicht weil es die Bewohner mit seiner Architektur überwältigt, sondern weil es ein so umfassender Gemeinschaftsraum ist.

Foxe stellt fest, dass Baker nicht wie andere Schlafsäle durch Flure oder Suiteneingänge unterteilt ist; Die Zimmer auf jeder Etage liegen entlang eines welligen Flurs. Die V-förmige Doppeltreppe an der Rückseite des Gebäudes führt zu allen sechs Wohngeschossen, so dass die Schüler auf der Durchreise ständig ineinander laufen, auch wenn sie den Aufzug meiden. Außerdem, sagt Foxe, habe Baker im Gegensatz zu Simmons Hall oder East Campus einen Raum, der die gesamte Bevölkerung des Schlafsaals aufnehmen kann: die Essensgemeinschaften. Der Raum ist vielseitig genug für gesellschaftliche Veranstaltungen im gesamten Wohnheim, wie Tänze, Konzerte und sogar, erinnert sich Foxe liebevoll, eine tropische Regenwaldparty mit einem von Studenten entworfenen Wasserfall, der vom Balkon in die untere Ebene stürzt.

Aalto sagte oft, man solle Gebäude danach beurteilen, wie sie Jahrzehnte nach ihrem Bau aussehen, sagt Foxe. Damit würde sich der Architekt wohl über das Gemeinschaftsgefühl freuen, das sein Gebäude erzeugt hat. Auf die Frage nach seiner Architekturphilosophie schrieb Aalto 1958: Wahre Architektur, das Wahre, ist nur dort, wo der Mensch im Zentrum steht. Beim Drop-Date im Baker House ist es im Zentrum auch sicherer. Man weiß nie, wann ein Klavier vom Dach segelt.

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