Voyager 1 trifft auf Rumble Strips am Rande des Sonnensystems

Mit der Raumsonde Voyager 1 passiert etwas Seltsames.

Nach 35 Jahren Reise ist die älteste interstellare Raumsonde der NASA jetzt etwa 20 Milliarden Kilometer von der Sonne entfernt. Es ist leicht vorstellbar, dass die Bedingungen in dieser abgelegenen Region des Weltraums ruhig und ruhig sein würden, aber am 25. August drehten die Instrumente der Raumsonde plötzlich durch und zeichneten Veränderungen auf, die sie während ihrer langen Reise noch nie gesehen hatte.

Heute beschreiben Bill Webber von der New Mexico State University in Las Cruces und ein paar Freunde die dramatischen Veränderungen, die Voyager erlebt hat, und schlagen verschiedene Erklärungen für das Phänomen vor.



Voyager 1 untersucht derzeit die äußeren Bereiche des Einflusses der Sonne, die Region, in der das Sonnenmagnetfeld in das galaktische Feld pflügt, während sich die Sonne durch die Milchstraße bewegt. Dadurch entsteht eine magnetische Bugwelle, die geladene Teilchen auf verschiedene Weise einfängt.

Eine der wichtigen Aufgaben für Voyager besteht darin, diese Partikel zu messen, die in zwei Arten unterteilt werden. Die ersten sind Protonen, Elektronen und Kerne, die innerhalb unserer Galaxie durch Prozesse wie Supernovae auf hohe Energien beschleunigt werden. Diese werden als galaktische kosmische Strahlung bezeichnet.

Die zweite sind ähnlich geladene Teilchen, die durch einen anderen Mechanismus auf niedrigere Energien beschleunigt werden – das Magnetfeld der Sonne. Diese werden als anomale kosmische Strahlung bezeichnet, und da sie durch einen anderen Mechanismus beschleunigt werden, ändert sich ihre Intensität relativ zur galaktischen kosmischen Strahlung.

Tatsächlich war es die Intensität der anomalen kosmischen Strahlung, die sich am 25. August so dramatisch veränderte. Webber und seine Freunde sagen, dass die Intensität der anomalen kosmischen Strahlung in nur wenigen Tagen um das 500-fache gesunken ist. In dieser Zeit legte Voyager 1 nur 14 Millionen Kilometer zurück.

Das ist, als würde man von einer Klippe fallen. Das Ausmaß dieser Intensitätsänderung für anomale kosmische Strahlung wurde noch nie zuvor in der 35-jährigen Voyager-1-Mission beobachtet, mit Ausnahme der Jupiter-Begegnung, sagen Webber und Co.

Das Raumfahrzeug hat sich eindeutig in einen Bereich des Weltraums bewegt, der mehr oder weniger frei von anomaler kosmischer Strahlung ist.

Das ist enorm wichtig, weil es etwas völlig Neues enthüllt hat: die niederenergetische galaktische kosmische Strahlung, die sonst von der Anzahl anomaler kosmischer Strahlung übertönt wird. Webber und Co. bezeichnen diese Entdeckung als einen der heiligen Grale der galaktischen Studien zur kosmischen Strahlung.

Ein weiteres interessantes Merkmal dieses Ereignisses ist, dass Voyager 1 am 28. Juli und 14. August vorübergehende Intensitätsverluste anomaler Teilchen der kosmischen Strahlung verzeichnete.

Webber und Co sagen, dass es dafür zwei verschiedene Erklärungen geben könnte. Der erste ist, dass die Grenze, die die Voyager überquert hat, uneben ist und sich mit ungefähr der gleichen Geschwindigkeit wie das Raumfahrzeug bewegt. Die Sonde hat sich also mehrmals darüber hin und her bewegt.

Die zweite Möglichkeit besteht darin, dass die Grenze eine bandartige Struktur hat, die eine Art magnetischer Rumpelstreifen für das Überfahren des Raumfahrzeugs bildet.

In jedem Fall befindet sich die Voyager in einer neuen Region des Weltraums, die Weltraumwissenschaftlern neue Einblicke in die Natur des interstellaren Raums und des galaktischen Mediums geben wird.

Möge die Mission noch lange andauern.

Ref: arxiv.org/abs/1212.0883 :Auf Voyager 1 ab ungefähr dem 25. August 2012 In einer Entfernung von 121,7 AE von der Sonne trat ein plötzliches anhaltendes Verschwinden von anomaler kosmischer Strahlung und ein ungewöhnlich großer plötzlicher Anstieg der galaktischen kosmischen Strahlung H und He-Kerne und Elektronen auf

verbergen