Wasserstoffgeysire und metallisches Eisen könnten rätselhafte Hohlräume auf Merkur erklären


Man kann Ihnen verzeihen, wenn Sie denken, dass der innerste Planet des Sonnensystems eine ewige Enttäuschung ist. Merkur erschien schon immer als toter, von Kratern vernarbter Felsball, der für den anspruchsvollen Astronomen wenig interessant war. Und doch überraschte der Planet letzte Woche alle, indem er planetarische Geologen vor ein Rätsel stellte. Die Raumsonde MESSENGER, die sich derzeit in einer Umlaufbahn um Merkur befindet, sendete Bilder von seltsamen Merkmalen auf der Oberfläche, die sich jeder Erklärung entziehen. Die Bilder haben mehr als nur ein wenig Aufsehen erregt. Die Mulden sind unregelmäßig geformte, flache, randlose Vertiefungen, die sich in Kratern gebildet haben, was darauf hindeutet, dass es sich um relativ neue Ergänzungen der Landschaft handelt. Sie sind auch seltsam hell, was darauf hindeutet, dass sie mit einem stark reflektierenden Material bedeckt sind. Das bedeutet, dass die Merkuroberfläche in irgendeiner Weise aktiv sein muss. Die Frage ist: Wie? Heute präsentiert uns Marvin Herndon, ein unabhängiger Wissenschaftler aus San Diego, seine Idee. Er weist darauf hin, dass, wenn während der Entstehung des Planeten die Drücke und Temperaturen so hoch waren, dass Eisen flüssig wurde, es große Mengen an Wasserstoff hätte aufnehmen müssen. Wenn die Flüssigkeit erstarrt, würde dieser Wasserstoff freigesetzt und durch die Oberfläche des Planeten entweichen. Das Ergebnis wären Wasserstoff-Geysire, die von Zeit zu Zeit auf der Oberfläche des Planeten ausbrechen. Diese Wasserstoff-Geysire könnten sicherlich die randlosen Vertiefungen verursacht haben, die MESSENGER sieht, sagt Herndon, ein selbsternannter Einzelgänger in der Welt der planetaren Geologie. Darüber hinaus würde Wasserstoff mit verschiedenen Substanzen reagieren, wenn er die Erdkruste durchquert. Eine mögliche Reaktion ist die Reduktion von Eisensulfid zu metallischem Eisen. Eisensulfid kommt auf der Oberfläche von Merkur häufig vor. Es ist diese leichte Bestäubung von metallischem Eisen, die den Vertiefungen ihr hohes Reflexionsvermögen verleiht, sagt Herndon. Interessante Idee. Ref: arxiv.org/abs/1110.5796 : Erklärung für beobachtete Hinweise auf geologisch rezente flüchtige Aktivitäten auf der Merkuroberflächeverbergen