Woher kommt Triton?

Eines der Rätsel um Neptuns Mond Triton ist seine retrograde Umlaufbahn: Er bewegt sich in entgegengesetzter Richtung zur Rotation des Mutterplaneten.

Viele der kleinen äußeren Monde von Jupiter, Saturn und Uranus haben ebenfalls retrograde Umlaufbahnen, fast sicher, weil es sich um eingefangene Objekte handelt.

Aber Triton ist anders. Er ist der siebtgrößte Mond im Sonnensystem, sogar größer als Pluto. Seine Herkunft zu erklären ist also nicht so einfach wie zu sagen, dass es sich um einen Felsen handeln muss, der zu nahe geflogen ist. Und doch glauben das viele Planetengeologen.



Der einzige gute Blick, den wir von Triton hatten, kam 1989 während des Vorbeiflugs von Voyager 2. Es stellt sich heraus, dass Triton ein eisiger Körper ist, wahrscheinlich mit einem metallischen Kern. Und es hat eine dünne Stickstoffatmosphäre

Es ist auch geologisch aktiv. Eine der erstaunlichsten Entdeckungen von Voyager 2 waren Stickstoffgeysire, die aus der Oberfläche von Triton ausbrachen. Diese Oberfläche ist auch relativ glatt, was bedeutet, dass die Krater vor relativ kurzer Zeit bedeckt worden sein müssen.

Die derzeitige Meinung ist, dass Triton kein Felsen war, sondern wahrscheinlich ein Kuipergürtel-Objekt, das irgendwie auf Neptuns Weg geschoben wurde. Aber da wir nicht wirklich wissen, wie Kuipergürtel-Objekte aussehen, ist es schwer zu sagen.

Also wollen Bruno Christophe von ONERA - The French Aerospace Lab in Chatillon und ein paar Amis vorbeischauen. Ihr Plan ist es, ein Raumschiff zu schicken, das an Neptun vorbeifliegt, sich Triton genau ansieht und dann weiterfliegt, um ein Objekt im Kuipergürtel zu finden, das untersucht werden kann. Wenn sie entfernt ähnlich aussehen, wird dies die Idee untermauern, dass Triton wirklich aus dem Kuipergürtel stammt.

Das ist kein schlechtes Problem, das in einer einzigen Mission zu lösen ist (obwohl die Wahl des Kuipergürtel-Objekts offensichtlich entscheidend sein wird).

Gleichzeitig wollen Christophe und Co. mit der Mission die Schwerkraft in großen Entfernungen von der Sonne untersuchen. Ihre Idee ist es, die Möglichkeit zu beleuchten, dass die Schwerkraft in großen Entfernungen von der Sonne irgendwie anders ist, etwas, das verschiedene Theorien vorhersagen und das die Pioneer-Raumsonden in einem Effekt namens Pioneer-Anomalie erlebt zu haben scheinen.

Das ist eine ehrgeizige mittelgroße Mission (ca. 500 kg). Christophe und Co. schlugen der ESA letztes Jahr ihre Outer Solar System Mission vor, in der Hoffnung, dass sie auch Gelder von der NASA anzieht und im Zeitrahmen 2020 starten würde.

Leider scheint es diesmal den Schnitt verpasst zu haben. Die ESA kündigte im Februar ihre mittelgroßen Missionskandidaten an und OSS war nicht dabei. Das ist verständlich angesichts der Ähnlichkeiten mit Pluto Express, das derzeit verfügbar ist unterwegs für einen Vorbeiflug mit dem Zwergplaneten und dann zu einem noch unbestimmten Kuipergürtel-Objekt.

Aber irgendwann sollte auch eine Reise zu Neptun anstehen. Triton dreht sich spiralförmig auf seinen Mutterplaneten. In etwa 3,6 Milliarden Jahren ist der Riesenmond dazu bestimmt, von Neptuns Gezeitenkräften auseinandergerissen zu werden und schließlich einen Ring zu bilden.

Was bedeutet, dass die ESA besser vorankommen sollte.

Ref: arxiv.org/abs/1106.0132 : OSS (Outer Solar System): Eine grundlegende und planetarische Physik-Mission zu Neptun, Triton und dem Kuipergürtel

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