Zwillingsraumsonde zur Kartierung der Schwerkraft des Mondes

Die NASA ist bereit, zwei Zwillings-Raumschiffe auf eine Mission zu starten, um die Schwerkraft des Mondes detaillierter denn je zu kartieren. Diese Erkenntnisse werden es Wissenschaftlern ermöglichen, die innere Struktur, Zusammensetzung und Geschichte des Mondes abzuleiten. Das 496 Millionen US-Dollar schwere Gravity Recovery and Interior Laboratory ( GRAIL ) Mission soll am 8. September starten; sein Startfenster erstreckt sich bis zum 19. Oktober.

Techniker testen die beiden Raumschiffe in einer thermischen Vakuumkammer. Bildnachweis: NASA/JPL, Caltech/LMSS

Die Raumsonden GRAIL, GRAIL-A und GRAIL-B, werden bis Januar 2012 ihre vorgesehene Umlaufbahn knapp 55 Kilometer über der Mondoberfläche erreichen. Sie jagen sich gegenseitig um den Mond und messen dabei mit hoher Präzision den Abstand zueinander. Die Entfernung beträgt je nach Gravitationsfeld des Mondes zwischen 121 und 262 Kilometer. Die Technik – Zwillingsraumfahrzeug, das in Formation fliegt – nutzt Funkverbindungen zwischen den beiden Raumfahrzeugen sowie Funkverbindungen zu einer Station auf der Erde.



Was wir zu messen versuchen, ist die Breite von weniger als einem menschlichen Haar, sagte John Henk, Grail Program Manager bei Lockheed Martin Space Systems in Denver Space.com . Die Messung dieser präzisen Entfernungsänderungen ermöglicht es Forschern, das Schwerefeld des Mondes genauer abzubilden, 100- bis 1.000-mal besser als bisher möglich, so die GRAIL-Wissenschaftler.

Während Wissenschaftler erwarten, dass die Mission ihr Wissen über den Mond verbessert, glauben sie, dass sie auch Informationen über die Entstehung und Entwicklung anderer Körper im inneren Sonnensystem wie Merkur, Venus, Erde und Mars liefern soll.

Sehen Sie eine Fotogalerie von GRAIL, die sich auf den Start vorbereitet.

Künstlerische Darstellung der Raumsonden, die die Mondoberfläche umkreisen. Bildnachweis: NASA/JPL

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